Kein Meister ist vom Himmel gefallen, und so kann man zwar eine Menge aus Büchern lernen, aber letztlich ist es am Ende die Erfahrung, die einen Menschen prägt. Und so ist es auch bei Architekten. Wer frisch von der Uni oder Fachhochschule kommt und denkt, er kann jetzt ganze Stadtviertel planen, wird schnell scheitern. Gerade Architektur ist ein Bereich, der aus vielen Gründen Erfahrung braucht.

Am besten ist es wenn jungen Architekten zunächst einmal ein Praktikum in einem Architekturbüro machen. Das gibt ihnen erste Einblicke in die tägliche Arbeit. Denn erfahrene Architekten können zum Beispiel schnell einschätzen, ob ein Kunde schwierig ist und Zeit kostet oder ob man ein Projekt in kurzer Zeit erledigen kann. Da hilft kein Computer und kein CAD-Programm. Gleiches gilt für die Einschätzung von Planungen. Man kann einen Entwurf nicht nur am Schreibtisch machen, sondern muss sich auch die Gegebenheiten vor Ort anschauen. Ein erfahrener Architekt weiß, wonach er vor Ort zu schauen hat: Wie sehen bestehende Gebäude aus, welche Entwicklung hat ein Stadtteil gemacht und welche wird er machen?

Erfahrung kann auch eine Menge Geld sparen. Gerade weil man bestimmte Dinge schon oft gemacht hat, weiss man welche Fehler zu vermeiden sind. So kennen Architekten meist die Baufirmen der Umgebung gut und können nicht nur gute Preise verhandeln, sondern wissen auch, ob diese Firmen verlässlich sind.

Gerade wer 30 oder 40 Jahre im Geschäft ist kann auch mit Trends etwas gelassener umgehen. Immer wieder fordern Bauherrn etwas, was gerade modern ist, aber nach einigen Jahren bereuen sie den Schritt. Glasbausteine sind ein berühmtes Beispiel dafür. Erfahrene Architekten wissen, dass solche Moden kommen und gehen und können ihre Kunde darauf hinweisen.

Ausserdem erhöht Erfahrung natürlich das Vertrauen. Wer eine lange Liste an Referenzen hat, dem wird man als Bauherr eher vertrauen als jemandem, der gerade erst sein Architekturbüro eröffnet hat.